„Wenn Worte Wunder wirken
Egal ob psychische, körperliche, berufliche, familiäre oder finanzielle Belastungen: Mit Logosynthese können Sie sofort gegensteuern. Mit Hilfe punktgenauer Sätze lösen Sie Schritt für Schritt emotionale und gedankliche Blockaden auf. Ihre Lebensenergie kommt wieder in Fluss. Eine überzeugende, einfache Methode für Selbstheilung und Selbstcoaching im Alltag. Probieren Sie es aus!“
(Klappentext)
Inhalt:
Der Titel allein ist schon etwas sperrig, „Selbstcoaching mit Logosynthese“ - was soll das denn eigentlich bedeuten? Ich bin über den Untertitel darüber gestolpert: „Blockaden auflösen, Krisen bewältigen - das klingt vielversprechend.
Nun, der Autor erklärt den Begriff „Logosynthese“ nur in beschreibender Form. Was es übersetzt in „Laiendeutsch“ heißt, wird nicht klar. Es ist eine Kombination aus „logos“ = Sinn, Wort und „synthesis“ = Verknüpfung, Zusammensetzung. Also könnte es in Richtung „Verbindung von Worten (zu einem Ganzen)“ gehen, aber das ist eine Frage der Interpretation und somit von mir nur Spekulation.
Leider geht es so weiter, dass Willem Lammers Worte gebraucht, die dem Laien nicht von vornherein klar sind und auf eine Übersetzung ins Deutsche verzichtet er in weiten Teilen (damit meine ich konkret z.B. „Imprint“ und “Introjekt“ sowie “noogen“). Außerdem spricht er des öfteren davon, dass ich „Essenz bin“: „Wir sind Wesen außerhalb von Zeit und Raum, die sich endlos weiterentwickeln. Wir sind fähig, unsere Welt aktiv zu gestalten, und zwar über eine schöpferische Intention. Unsere Welt nimmt die Gestalt an, die wir für das immerwährende Lernen unserer Essenz brauchen.“ Was das nun bedeuten soll, das weiß ich wirklich nicht und ist mir auch zu esoterisch.
Das Konzept der selbst erfundenen „Logosynthese“ basiert hauptsächlich auf drei lebensverändernden (!) Sätzen, die darum auch ständig wiederholt werden. Dazu gibt es eine Prise Tiefenpsychologie (Rückblick in die Vergangenheit), Kognitive Verhaltenstherapie (das Überprüfen von Annahmen, Interpretationen etc. auf ihren Wahrheitsgehalt) und Achtsamkeit. Als Sahnehäubchen dann noch ein bisschen Esoterik und Familienaufstellung und fertig ist die Logosynthese. Der Autor findet das wahrscheinlich „integrativ“, ich finde das „beliebig“. (Der Knaller ist: damit kann man sogar Allergien heilen!)
Es ist also von allem ein bisschen und nichts ganz. Alltagssorgen lassen sich damit vielleicht noch angehen, da der Autor dazu aufruft, die eigenen Motive zu hinterfragen, bei wirklichen Krisen empfehle ich das Buch nicht.
Zusätzlich zu dieser inhaltlichen Kritik kommt noch, dass sich der Autor ermüdend oft wiederholt - als hätte die Platte einen Sprung. Ich habe ab der Hälfte nur noch quergelesen und dort absolut Neues mehr gefunden. Gepaart mit der chronischen Selbstbeweihräucherung und den Allmachtsfantasien des Autors ist die Lektüre nur gerade so aushaltbar.